Einen Zeitplan für die Hochzeit zu bauen fühlt sich oft an wie ein Puzzle mit zu wenigen Teilen: Trauung, Sektempfang, Familienfotos, Brautpaarshooting, Feier, und irgendwo dazwischen sollt ihr auch noch selbst ankommen und durchatmen. Eine Einheitslösung gibt es dabei nicht. Es gibt nur den Zeitplan, der zu eurem Tag passt.
Die erste Regel lautet: Plant immer etwas mehr Zeit ein, als ihr für nötig haltet. Fast alles dauert am Hochzeitstag ein wenig länger als gedacht: die Fahrt zur Location, das letzte Foto mit der Tante, der Toast, der doch noch gehalten wird. 15 bis 30 Minuten Puffer pro Programmpunkt und ein kleines Zeitfenster vor der Trauung geben euch die Chance, kurz durchzuatmen, etwas zu trinken oder euch einfach in die Augen zu schauen.
Das mit Abstand wichtigste Zeitfenster für eure Fotos ist die Golden Hour, die letzte Stunde vor Sonnenuntergang, genauer gesagt die 30 bis 45 Minuten davor. Wenn die Sonne tief steht, legt ihr Licht einen viel längeren Weg durch die Atmosphäre zurück und verliert dabei die harten, kühlen Anteile. Übrig bleibt ein warmes, weiches Licht, das eure Gesichter gleichmäßig ausleuchtet, ganz ohne die harten Schatten der Mittagssonne.
Direkt danach folgt die Blaue Stunde, die 20 bis 40 Minuten nach Sonnenuntergang, in denen das Licht fast schattenlos und der Himmel tief blau wird. Diese Phase hat etwas Ruhiges, fast Filmisches und eignet sich wunderbar für die besonderen Aufnahmen am Ende des Tages.

In der Praxis hat sich eine einfache Aufteilung bewährt: ein ausführlicher Teil von rund 30 Minuten, während eure Gäste den Sektempfang genießen, und noch einmal 15 Minuten zur goldenen Stunde. Sagt mir einfach, wann an eurem Hochzeitstag die Sonne untergeht, dann rechnen wir den ganzen Tag von dort aus rückwärts. Denn diese halbe Stunde perfektes Licht bekommt man nicht zurück, wenn sie einmal vorbei ist.
Und wer sich am Hochzeitstag gar keine Gedanken um Porträts machen möchte, kann das Brautpaarshooting auch komplett auf einen separaten Tag legen. So gehört der eigentliche Tag ganz euren Gästen und der Feier. Beide Wege funktionieren, wichtig ist nur, dass wir uns vorher für einen entscheiden.


