Der Herbst wird als Hochzeitstermin an der Nordsee noch immer unterschätzt, dabei bringt gerade der Oktober oft genau das mit, wovon man als Paar träumt: milde Temperaturen um die 20 Grad, klare Luft nach einem Regenschauer und dieses tiefstehende, warme Licht, von dem wir Fotografen so schwärmen.

Damit ihr dieses Licht wirklich nutzen könnt, ist der wichtigste Punkt ein früherer Zeitplan. Im Herbst und Winter wird es zeitig dunkel. Die Außenfotos sollten möglichst bis etwa 16 Uhr im Kasten sein, danach wird es lichttechnisch schnell schwierig. Legt die Trauung also lieber in den frühen Nachmittag, dann bleibt für die Paarfotos genug Tageslicht.

Die frühe Dämmerung hat aber auch ihren Reiz: Kerzen, Lichterketten und Wunderkerzen kommen viel früher am Abend zur Geltung und tauchen die Feier in eine Stimmung, die im Hochsommer erst gegen Mitternacht möglich wäre.

Das zweite große Thema ist das Wetter, das an der Küste im Herbst schneller wechselt als im Sommer. Deshalb meine klare Empfehlung: Wählt eine Location, an der ihr sowohl drinnen als auch draußen feiern könnt, und haltet einen Plan B bereit. Der ist keine Notlösung, auch weiches Fensterlicht ist wunderschön. Ein paar durchsichtige Regenschirme im Kofferraum und ein warmer Umhang für spontane Außenaufnahmen nehmen dem Ganzen zusätzlich den Stress.

Brautpaar küsst sich am Wasser im warmen Abendlicht

Falls ihr direkt am Strand oder auf dem Deich trauen möchtet, klärt vorab mit der Gemeinde, welche Bereiche für Zeremonien genutzt werden dürfen, gerade an der Küste ist das nicht überall selbstverständlich.

Ein schöner Nebeneffekt: Der Oktober gehört nicht mehr zur absoluten Hochzeitshochsaison, Locations und Dienstleister sind oft besser verfügbar und nicht mehr so teuer. Und auch der Mai und der September sind als milde, ruhigere Alternativen viel zu selten auf dem Schirm. Wer sich darauf einlässt, bekommt am Ende Bilder, die sich deutlich von der klassischen Sommerhochzeit abheben: ruhiger, wärmer und oft eine Spur emotionaler.