Das Getting Ready ist einer meiner liebsten Momente des Tages: ruhig und aufgeregt zugleich, voller kleiner, ungestellter Augenblicke. Und das Wichtigste vorweg: Für die Bilder ist der Raum, in dem sich alles abspielt, oft entscheidender als das Kleid selbst.
Am besten funktioniert ein großer, ruhiger Raum mit viel natürlichem Licht, in dem sich niemand fühlt wie am Bahnhof. Ein großes Fenster ist Gold wert; seitlich einfallendes Tageslicht auf Gesicht und Details lässt die Bilder besonders hochwertig wirken. Wer die Wahl hat, sucht sich einen Raum mit zwei Fenstern über Eck, das ergibt diesen hellen, luftigen Look.
Der zweite Punkt klingt banal, macht aber den größten Unterschied: Räumt auf. Nichts lässt einen Raum auf Fotos so chaotisch wirken wie Taschen, Kaffeetassen, Kabel und Klamotten im Hintergrund, die schönen Details gehen darin einfach unter. Ein paar Blumen und persönliche Lieblingsstücke im Raum tun dagegen genau das Gegenteil.
Für die Detailaufnahmen, die sogenannten Flatlays, legt am besten alles vorab in einer Box zusammen: das Kleid an einem schönen Bügel, die Schuhe, den Schmuck, das Parfüm, den Brautstrauß und Dinge wie Einladungskarten, eure Gelübde oder ein Erbstück. Ich beginne den Tag gern mit diesen ruhigen Aufnahmen, so kommt ihr ganz nebenbei langsam in die Fotosituation hinein, bevor es persönlich wird.

Ein kleiner Tipp am Rande: Einheitliche Roben oder Pyjamas für euch und eure Liebsten sehen auf den Bildern ruhig und zusammengehörig aus, weiche, neutrale Töne wirken dabei am zeitlosesten.
Plant außerdem genug Zeit ein, gut 60 bis 90 Minuten pro Person, bei größeren Gruppen gerne mehr. Und wenn ihr mögt: Schreibt euch gegenseitig einen Brief, den ihr getrennt kurz vor der Trauung lest. Es ist ein schönes, ruhiges Andenken und sorgt fast immer für die emotionalsten Fotos des ganzen Tages.


