Ein First Look ist der bewusst gewählte Moment, in dem sich das Paar schon vor der Trauung zum ersten Mal an diesem Tag sieht: ganz privat, ohne Gäste, nur mit mir als stiller Begleitung mit der Kamera.
Spannend ist, woher die alte Regel überhaupt kommt, sich vorher nicht zu sehen: Sie stammt aus der Zeit arrangierter Ehen, in der man befürchtete, der Bräutigam könnte beim ersten Anblick der Braut noch einen Rückzieher machen. Heute ist davon zum Glück keine Rede mehr, und der First Look ist längst eine bewusste Wahl geworden, für die sich immer mehr Paare entscheiden.
Für einen First Look sprechen vor allem zwei Dinge. Zum einen bekommt ihr einen ruhigen, echten Moment für euch beide, bevor der Tag mit all seinem Trubel losgeht, viele Paare erzählen, dass genau dieser Augenblick die Nervosität nimmt. Zum anderen ist er fotografisch Gold wert: Wir haben schon vor der Zeremonie in Ruhe Zeit für Porträts, und ihr könnt euch danach sofort unter die Gäste mischen, statt stundenlang zu posieren. Wer mag, zieht sogar die Familien- und Gruppenfotos vor, dann ist dieser Programmpunkt früh erledigt.
Trotzdem gibt es gute Gründe für den klassischen Weg. Die Vorfreude auf dem Gang durch den Mittelgang, der erste Blick vor allen Gästen: dieser Moment hat eine ganz eigene, elektrische Kraft, und Paare, die darauf setzen, weinen dort erfahrungsgemäß eher. Wer sich für die Tradition entscheidet, verliert also nichts, im Gegenteil.

Statt einer festen Regel habe ich deshalb eine Frage an euch: Seid ihr eher der Typ, der die Ruhe vorab sucht, oder wollt ihr die große Vorfreude bis zum Altar aufsparen? Beides ergibt wunderbare Bilder, wichtig ist nur, dass wir im Zeitplan rechtzeitig genug Raum für den jeweiligen Ablauf einplanen, damit das richtige Licht und der richtige Ort bereitstehen.


